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II. Altersarmut – (noch) kein Problem

 


Altersarmut ist für die Betroffenen ein gravierendes Problem, Altersarmut ist aber in Deutschland kein Massenphänomen. Lediglich 2,5 % der über 64-Jährigen nahmen 2008 die Grundsicherung in Anspruch. Dieser Anteil wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren nicht nennenswert erhöhen. Allenfalls langfristig ist ein Anstieg nicht auszuschließen. Eine generelle Gefahr der Altersarmut ist für die Zukunft nicht zu erkennen.

Gleichwohl wäre es leichtfertig, die Frage zu vernachlässigen. Denn bei näherer Betrachtung sind durchaus Personengruppen zu identifizieren, für die Altersarmut ein ernstzunehmendes Thema werden kann.

Das liegt vor allem daran, dass sich das Rentenversicherungssystem unseres Landes an „typischen“ Merkmalen orientiert, die bei näherem Hinsehen so typisch gar nicht sind: Vollzeitarbeit, lange Zeiten des Erwerbslebens und abhängige Beschäftigung kennzeichnen den Rentenempfänger, den die deutsche Rentenpolitik vor Augen hat. Dabei werden jedoch die Veränderungen der Erwerbs- und Arbeitsbiografien außer Acht gelassen. Das gilt sowohl für die wachsende Zahl von Selbstständigen mit unterdurchschnittlichem Einkommen, für die unser Altersvorsorgesystem erhebliche Lücken aufweist, als auch für Beschäftigte im Niedriglohnsektor, für Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien und für Langzeitarbeitslose. Für all diese Gruppen kann Altersarmut zu einer ernsthaften Bedrohung werden.

Die Empfehlungen, wie dies abgewendet werden kann, sind nicht so eindeutig wie der Befund. Es dominiert häufig Umverteilungspoesie, indem fehlende Rentenanwartschaften ohne Rücksicht auf die Auswirkungen für das Rentensystem solange zugerechnet werden, bis rechnerisch keine Armut mehr vorliegt.

Zur Bekämpfung von Armut im Allgemeinen und Altersarmut im Speziellen ist Umverteilungspolitik aber nicht das erste Mittel der Wahl. Denn Armut kann erfolgreicher begegnet werden, wenn es gelingt, ihre Quellen trockenzulegen.

Die Quellen der Altersarmut sind: niedrige Einkommen und Arbeitslosigkeit. Wer Altersarmut bekämpfen will, muss das Bildungs- und Ausbildungsniveau erhöhen und eine Wirtschaftspolitik verfolgen, die Wachstum und Beschäftigung stärkt. Gut ausgebildete Arbeitnehmer haben immer noch die besten Chancen, auch gutes Geld zu verdienen. Doch allein auf Bildung zu setzen, reicht nicht aus. Ohne Anpassungen am Altersvorsorgesystem wird der Kampf nicht zu gewinnen sein.


   
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