Die Deutsche Rentenversicherung hat 16 rechtlich selbständige Versicherungsträger. Diese sind entweder bundesweit (Bundesträger) oder in einer bestimmten Region (Regionalträger) zuständig. Im Jahr 2015 waren bei der DRV inklusive der zugeordneten Rehakliniken insgesamt 61.270 Mitarbeiter beschäftigt.
 
Ihnen allen ist - wie auch anderen Sozialversicherungsträgern -  gemeinsam, dass es sich um Köperschaften des öffentlichen Rechts handelt.Das bedeutet konkret: Kein Mitglied des Direktoriums, kein Vorstandsmitglied  nennt den Träger, für den sie Verantwortung tragen, sein eigen. Sie haben die jeweilige Organisation weder gegründet noch  gehört sie ihnen. Alle Führungskräfte der obersten Hierarchie sind in dieses Amt gewählt bzw. berufen worden.  Gleichzeitig wurden ihnen Befugnisse und Kompetenzen zugeteilt, die man unter dem Begriff  "Arbeitgeberfunktionen" subsummieren kann. Im Kern jedoch sind sie im Innenverhältnis zu den Beschäftigten lediglich Kolleginnen und Kollegen. Sie arbeiten für die Dauer ihrer Bestellung lediglich mit geliehener Macht. Diese hierarchische Positionsmacht kraft Amtes ermöglicht es, anderen Vor- oder Nachteile zuzufügen, ohne dass sich der andere nennenswert dagegen wehren kann.
An diesem Punkt beginnt für den Betrachter häufig eine interessante Veränderung der Verhaltensweisen oder Persönlichkeiten vieler "Topmanager" in den Sozialversicherungsträgern.  Dies gilt selbstverständlich nicht generell, aber Einzelfälle der Vergangenheit sind es wert, darauf einzugehen.Der berufliche und soziale Aufstieg hat mitunter seine "Begleiterscheinungen."
 
  • Man geriert sich als Arbeitgeber mit unzeitgemäßer Distanz zum Personal.
  • So ist es ein fataler Irrglaube, dass der Intelligenzquotient mit der Vergütung korreliert.
  • Statussymbole wie Dienstwagen, persönliche Referenten/innen, separate Diensträume, Diensteisen auf "Business-Level" u. ä. sind willkommene Unterscheidungsmerkmale.
  • Über Jahre gewachsene Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen  werden vernachlässigt, ausgesetzt,  zum Teil verleugnet.
  • Im "Veränderungswahn" werden Maßnahmen initiiert, die vordergründig eine Optimierung von Geschäftsprozessen, insbesondere Kostensenkungen einhergehend mit Personalreduzierungen beinhalten.
 
Am Ende steht das Ausscheiden wegen Alters oder im Einzelfall die Abberufung vom Direktions-/ Vorstands-/Geschäftsführerposten. Und dann?  Einige wollen es nicht wahrhaben. Man ist wieder in der Linie! Beim Besuch der ehemaligen Körperschaft an der Rezeption oder Empfang anmelden, weil man nicht erkannt wird? Kein Wunder - schließlich hat man selber dafür gesorgt, dass diese Aufgabe outgesourct  wurde!
 
Im Übrigen gilt, alle Veränderungen der Tarifbedingungen, die man in seiner aktiven Zeit durchgesetzt hat, betreffen häufig auch die Ruheständler/innen. Hatte man das seinerzeit nicht bedacht?
 
Manch Eine(r) versucht den vermeintlichen Abstieg in die Normalität oder auch Bedeutungslosigkeit zu vermeiden oder zu kaschieren. Posten in  Aufsichtsräten, Beratungsfirmen, Interessenverbänden, Netzwerken oder sonstigen Zirkeln stehen dabei im Fokus. Man kann/will einfach nicht loslassen. Es ist an der Zeit eine Neubesinnung zu fordern.
 
Mehr Demut, weniger Selbstüberschätzung, mehr "Bodenhaftung", mehr Empathie, weniger Egoismus - das wäre schon was.Der Verfasser legt Wert auf die Feststellung, dass eine generelle Typsierung der obersten  Leitungsebene der DRV oder anderer Sozialversicherungsträger nicht gemeint ist.
Die Mehrzahl der aktiv Handelnden wird von den vorstehenden Ausführungen nicht beschrieben. Leider gibt es davon unrühmliche Ausnahme. Und genau die sind gemeint.
 
Mad
17.01.2017
 
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